Bestrafungen des Mittelalters
Die Bestrafungen des Mittelalters waren oft grausam und sollten die Bürger abschrecken. Gnade also demjenigen, der ein Verbrechen beging.
In Aachen wird, auch für den einfachen Bürger, eine Gerichtsverhandlung in der Acht gehalten. Jedoch sollte man bedenken, dass der Richter meist nur die Anschuldigungen hört und dann das Urteil fällt. Einzig Gildenmitglieder und Reiche konnten sich erhoffen, das Zeugen gehört und Unstimmigkeiten in Aussagen überprüft wurden. Adel hingegen war eine ganz andere Sache. Nicht nur die Bestrafungen sahen meist gänzlich anders aus, auch das Verfahren war wesendlich aufwendiger.

Zudem sollte nicht vergessen werden, nicht nur der Richter hatte das Recht ein Urteil zu fällen. In kleinen Delikten hatten durchaus die Stadtwachen das Recht, das Gesetz durch zu setzten.
Neben all diesen fraglichen, zu dieser Zeit, jedoch völlig normalen Methoden, gab es schlussendlich noch die Mehrfachbestrafung. Denn nicht nur der Richter und damit der Stadtrat, sondern auch die Gilde zu der man zählte und eventuell auch noch die Armee setzten für dasselbe Verbrechen ebenfalls noch einmal eine Bestrafung an.

Die schrecklichsten Bestrafungen

BRANDMALE:
Für manche Verbrechen wurde man mit Brandmalen bestraft z.B. auf der Wange, am Daumenballen oder auf der Brust.

DER PRANGER:
Wenn man Lügen über seinen Nachbarn verbreitete, wurde man mit einer Kette um den Hals an den Pranger gekettet. Oft bekam man auch noch eine Maske aufgesetzt, zum Beispiel eine Schweinsmaske. Alle Leute durften über diesen Menschen lachen. Manchmal wurden diese angeketteten Leute auch noch durch Dudelsackspielen erniedrigt.

DIE PRESSE:
Verweigerte man vor Gericht seine Aussage, wurde man zu Tode gequetscht. Die Gefangenen wurden unter ein Brett gekettet. Man legte auf das Brett was über ihnen lag Gewichte, die von Tag zu Tag schwerer wurden. Sie bekamen nur so viel zu essen, dass sie am Leben blieben. Irgendwann wurden sie erdrückt. Viele baten Schaulustige, auf das Brett zu springen, um sie von der Qual zu erlösen.

DER GALGEN:
Als Strafe für schwere Verbrechen wurde man erhängt. Da es ein sehr langsamer Tod war, baten viele ihre Freunde, sich an ihre Beine zu hängen, um den Tod zu beschleunigen.

DAS UNTERTAUCHEN:
Backte ein Bäcker die Brote nicht der vorgeschriebenen Größe nach, wurde er auf einem Stuhl fest gebunden und in den Burggraben getaucht.

DAS STRECKEN:
Hatte jemand eine Verschwörung gegen den König (Hochverrat) geplant, wurde er gehängt, gestreckt, und gevierteilt. Kurz bevor er starb, schnitt der Henker das Herz heraus, hielt es hoch und schrie: Das ist das Herz eines Verräters.

DAS VIERTEILEN:
Ein Verräter wurde in damaliger Zeit in vier Teile zerschnitten (vom Kopf bis zum Fuß und einmal durch den Bauch). Die Überreste durften die Zuschauer ansehen.

IN KETTEN AUFHÄNGEN:
Manche Missetäter wurden nach ihrem Tod in einem Eisengestell über der Burg zur Abschreckung aufgehängt. Oft blieb bald wegen Wind und Wetter nur noch das Skelett über. Manchmal nisteten Vögel im Schädel.

DIE WARNUNG:
War ein Verräter geköpft worden, wurde sein Kopf aufgespießt und auf den Zinnen als Warnung aufgestellt.

DER STACHELSTUHL:
Der Stachelstuhl war ein Folterinstrument, welches zu Hexenprozessen benutzt wurde. Es war ein Holzstuhl, auf dem überall Stacheln saßen. In der Lehne waren einige kleine Löcher, durch die spitze Spieße in den Rücken gebohrt wurden.

DER SCHANDESEL:
Der Schandesel war wie ein Schaukelpferd, doch er wurde in der Schule als Strafe für faule Schüler benutzt. Der Schüler wurde auf den Esel gesetzt und musste zur Unterhaltung der anderen auf diesem Esel schaukeln.

DIE DOPPELHALSGEIGE:
Wenn zwei Frauen sich immer stritten, wurden sie zusammen in diese Halsgeige gesperrt. Sie mussten so lange stehen und sich ansehen, bis sie sich wieder vertrugen...

Kainiten und Bestrafungen

Nun kann man annehmen, dass Kainiten außerhalb der Gesetze der Sterblichen stehen. In der Tat, gehört die Nacht den Kainiten fast alleine. Sie haben ihre eigenen Gesetze und diese werden auch meist anders geahndet, wenn ein solches Verbrechen begangen wurde.

Dennoch sollte man eines nicht außer acht lassen. Zunächst, Kainiten sind eben nur fast alleine in der Nacht. Sicherlich vermag ein Kainit, sich mit Gewalt oder anderen Tricks den Stadtwachen zu entziehen. Doch sollte man sich nicht wundern, wenn sehr schnell das Gesicht des Kainiten Stadtbekannt ist, da er Steckbrieflich gesucht wird. Nichts ist lästiger, als wenn man von jedem Verfolgt wird, oder jeder Sterbliche davonläuft, wenn ein Kainit Hunger hat.

Während also ein Kainit auf den ein oder anderen Weg einer direkten Bestrafung entgehen mag, wenn eventuell auch mit anderen Folgen, so können es seine Guhle nicht. Diese leben in zwei Welten. In der Menschenwelt müssen sie sich an eben ihre Gesetzte halten, in der Kainitenwelt an deren. So können die wenigsten Kainiten behaupten, gänzlich unberührt von den menschlichen Gesetzten zu sein.
Was die Bestrafungen der Kainiten angeht, so kann man einige der üblichen Bestrafungen im 'Vampire - aus der alten Welt' auf den Seiten 45 und 46 nachlesen.