Sexualität im Mittelalter
Die Sexualität im Mittelalter war stark von der Kirche Reglementiert, aber bei weitem nicht so 'mittelalterlich' wie viele vielleicht denken.
Beispielsweise war die Prostitution im Mittelalter von der Kirche allerorten toleriert, Prostituierte galten als ein 'Notventil' gegen Unzucht und Vergewaltigung. Dies war notwendig, da das Heiratsalter eines normalen Mannes meist bei 28 Jahren lag und die Jungfräulichkeit des Weibes zu schützen galt. Daher wurde, nur bei unverheirateten Männern, der Sex mit einer prostituierten stillschweigend 'toleriert'. Natürlich musste auch für diese Sünde gebüßt werden, doch hatte die Kirche für solche 'Verbrechen' eine Bußliste in der alle Strafen aufgelistet waren und Verbrechen von Masturbation (beim Mann wie bei der Frau) bis Sodomie mit Strafen von Fasten und Keuschheit bis Verbrennung geahndet wurden.
Nachfolgend einige Stichpunkte und wie sie, nach aktuellem Wissensstand, höchstwahrscheinlich stattgefunden haben.
  • Prostituierte gingen Ihrer Arbeit in so genannten 'Frauenhäusern' nach in denen Sie dann lebten und arbeiten.
  • Scheidung gab es im Mittelalter, jedoch nur bei Impotenz, Unfruchtbarkeit, Frigidität und Untreue.
  • Keuschheitsgürtel hingegen sind ein Mythos! Ritter nahmen ihre Huren oder Ehefrauen mit wenn Sie auszogen. Die ersten Keuschheitsgürtel stammen aus dem 16. Jh. und wurden als Zeichen der Keuschheit der Frau mit in Ihr Grab gelegt.
  • Sex war Eheleuten nur an bestimmten und wenigen Tagen erlaubt. Verboten war Sex am Tag des Kirchganges und dem Tag davor, an allen Kirchlichen Feiertagen, während der Fastenzeit, in der Woche vor, während und nach Pfingsten und wenn die Frau ihre Tage hatte.
  • Die Eheleute sollten ein 'Beischlafgewand' tragen damit der Sexualakt so wenig wie möglich mit Lust zu tun hatte. Diese weiten Nachthemden hatten nur an entsprechenden Stellen Löcher um den Akt zu ermöglichen. Jedoch hielt sich kaum jemand daran und es war schon fast so etwas wie ein Kuriosum.
  • Sexualpraktiken waren nur sehr eingeschränkt erlaubt, Oral und Analverkehr war verboten, Sexualstellungen bei denen sich die Eheleute nicht ins Gesicht sehen konnten ebenfalls. Die Kirche predigte die 'Missionarsstellung' als einzig wirklich unsündige Sexualpraktik, aber auch das nur wenn der Sex rein der Fortpflanzung diente.
  • Sex während der Schwangerschaft und der Menstruation der Frau wurde nicht getätigt, es hiess, dass dies zur Missbildung oder Geistesstörung des Kindes führe.
  • Ehebruch wurde begangen, die Frau täuschte Ihre 'Jungfräulichkeit' durch eine mit Blut gefüllte Fischblase vor. Der Blutfleck auf dem Laken galt als Zeichen ihrer Unschuld.
  • Verhütung und Abtreibung waren bei Tote verboten! Doch verhüteten die Frauen regelmässig. Scheidenspülungen und die Einnahme verschiedener Tees taten Ihre gute Wirkung, und diese Mittel wuchsen überall in Europa auf Feld und Flur und für Jeden der wusste was er suchte schnell zu erhalten.
  • Man glaubte Prostituierte würden nicht so oft Schwanger, da Ihre Genitalien angeblich durch den häufigen Geschlechtsverkehr ' Verschlammten' und die Samen des Mannes nicht mehr ihr Ziel fanden. Das dies jedoch an Verhütung, Abtreibungen und Kindsaussetzungen lag war eine andere Tatsache.
  • Zur Verhütung gab es im Mittelalter noch keine Mittel wie die Schwimmblasen vom Fisch, oder Schweinedärme. Beim Seitensprung wurde der Koitus interruptus bevorzugt, oder Oral und Analverkehr.
  • Im Mittelalter war es durchaus üblich, dass Kinder im Ehebett der Eltern schliefen und mitbekamen was diese trieben. Die Geschlechtertrennung wurde nicht so ernst genommen.
Der Grund warum die Menschen sich meist an diese Gesetze hielten oder zumindest anschliessend Buße taten war, dass die Kirche predigte, das ein nicht einhalten dieser Gesetze und Regeln zu Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Missernten, Erdbeben und Schlimmerem führe. Und die Menschen glaubten dem was die Kirche predigte, denn zum einen fehlten den Menschen damals die nötige Schuldbildung, zum anderen war die Kirche nun einmal die Kirche! Und so war es Gottes Gesetz!