Lasombra

Der Clan der Magister

Die Lasombra, elegant, aber raubtierhaft, halten sich im Ernst für den Gipfel des kainitischen Daseins. Sie glauben fest an das göttliche Recht und die Herrschaft des Stärkeren und bringen den Kainiten, die ihnen (ohne eigenes Verschulden) unterlegen sind, wenig Geduld, oft aber viel Mitleid entgegen.

Der Lasombra-Charakter ist eine merkwürdige Mischung aus noblesse oblige und gesunder Verachtung. Die Lasombra suchen aktiv überall nach Macht, wo sie zu finden ist, von den Kreuzgängen der Klöster bis zu den Korridoren der Paläste, doch sie erstreben nicht die Titel und den Ruhm, die die Herrschaft mit sich bringt. Statt die Befehlsgewalt um ihrer selbst Willen anzustreben, ergreifen die Lasombra die Zügel der Macht aus dem festen Glauben heraus, dass niemand sie besser führen kann. Wie diese Macht aussieht, ist egal; was zählt, ist, dass die Entscheidungen von denen getroffen werden, die dazu am besten befähigt sind. In der Tat ziehen die meisten Lasombra die Rolle des Königmachers dem Königstitel vor.

Hand in Hand mit dieser Entschlossenheit, bei allen Entscheidungen das letzte Wort zu haben, geht eine gesunde Verachtung für diejenigen, welche die Lasombra als ihnen in Geist, Körper oder Abkunft als unterlegen erachten. Im Grunde steht das für den Rest der Kainitengesellschaft, und einigen der verschiedenen Clans wird zwar ein gewisses Maß an Respekt entgegengebracht, doch es gibt keinen, den die Lasombra als ebenbürtig anerkennen. Ein Lasombra wird mit anderen Kainiten zusammenarbeiten und selbst soweit gehen, Angehörige anderer Clans als Freunde zu betrachten, aber man wird niemals ein Mitglied eines anderen Clans als ebenbürtig erachten.

Leider gibt es Lasombra, deren Spaß am großen Spiel der Politik sie für alles andere blind macht. Diese Meistermanipulatoren unter den Kainiten sehen ganz Europa nur als Schachbrett, auf dem sie und ihre Gegner spielen, und der Untergang von Königreichen ist für sie nur von abstraktem Interesse. Diese Lasombra sind es, die die anderen Clans am meisten fürchten, und ihre Talente und Geschmäcker wurden auf den gesamten Clan übertragen.

Was denken die Lasombra über die anderen Clans?

  • Assamiten
    Die Assamiten, von Ehre gezügelte Wut, sind unserer Achtung und gar unserer Furcht würdig. Haltet diese Zügel fest, denn wenn sie sich je losmachen, werden sie uns an die Kehle springen.
  • Baali
    Die Tiefe ihrer Verderbtheit erwächst nicht aus ihren üblen Riten, sondern aus der Tatsache, dass sie sich dämonische Herren beschwören wollen. Welcher geistig gesunde Kainit arbeitet schon auf seine eigene Versklavung hin?
  • Brujah
    Die Brujah sind wie ein Araberhengst mit gebrochenem Bein; einst großartig und zu stolz, um zu erkennen, dass sie tot sind.
  • Jünger des Set
    Diese Lauerer im Dunkeln mit ihren überkommenen Ritualen und ihrem antiquierten Heidentum gehören in ein totes Zeitalter. Selbst die Brujah haben sich besser angepasst.
  • Gangrel
    Überlasst sie der Wildnis und der Gesellschaft der Wölfe, die sie so lieben. Mit etwas Glück werden die Gestaltwandler diese Tiere auslöschen und uns diese Mühe ersparen.
  • Kappadozianer
    Diese geistesabwesenden Scholaren könnten trotz allem über irgendein großes Geheimnis oder den Stein der Weisen stolpern, und in der Nacht, da dies geschieht, werden sie gefährlich werden. Diese Nacht wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine Woche nach dem letzten Trumpf kommen.
  • Malkavianer
    Wenn man einen tollen Hund sieht, erschlägt man ihn, damit er nicht angreift und einen ins Bein beißt. Hier sollte man dieselbe Politik verfolgen.
  • Nosferatu
    Sie kriechen aus den Seuchengruben hervor, um unsere Beute mit Fieber und Fäulnis zu infizieren. Versiegelt die Gräber und schließt sie darin ein.
  • Ravnos
    Die Landstreicher sind amüsant, wenn sie anderen ihre Streiche spielen, weniger amüsant, wenn man selbst das Ziel ist. Besser meidet man sie ganz.
  • Salubri
    Zu Schwach sich gegen ein paar Sterbliche zu wehren, verdienen sie nichts Besseres als den endgültigen Tod. Doch stellen sie ein nettes Tauschobjekt dar.
  • Toreador
    Jeder Hof, der diesen Namen verdient, verfügt über einen Toreador. Natürlich hat auch jeder Hof, der diesen Namen verdient, einen Zwerg und einen geistesschwachen Hofnarren, deshalb bedeutet eine weitere amüsante Missgeburt nichts.
  • Tremere
    Die Magier sind ehrgeizig, und das ist ärgerlich. Wir hätten Tremere und seinen wimmernden Nachfahren schon vor Jahren die Schönheit des Sonnenaufgangs zeigen sollen.
  • Tzimisce
    Sie haben unseresgleichen den Beinamen 'Monster' eingetragen. Reicht es nicht, zu herrschen, ohne den eigenen Herrschaftsbereich zu verwüsten?
  • Ventrue
    Die Ventrue, alberne kleine Prinzen und selbsternannte Herren, sind blasse Abbilder unserer Herrlichkeit. Lasst ihnen die Throne; wir herrschen aus dem Schatten heraus.