St. Jakob (Kapelle)

Kurzbeschreibung:

St. Jakob ist eine kleine Kapelle am Südwestlichen Rand der kleinen Gemeinde Aachens. Sie besitzt einen kleinen Friedhof linkerhand, auf dem Geistliche begraben werden. Hinter dem eher einfach gehaltenen, überschaulichen Gebäude ist ein kleiner, mäßig gepflegter Garten. Das turmlose Gebäude selbst ist rechteckig mit einem kleinen, hinten-rechtßeitigen Anbau und abgeschrägtem Dach und macht von Außen nicht allzu viel her. Die unscheinbare Kapelle ist ansonsten zur südwestlichen Seite hin von offenem, ländlichen Gebiet umgeben und wird außchließlich durch ein paar Bäume davon abgegrenzt; auf ihrer Nordostseite grenzt sie an die Ausläufe der Gemeinde. Die doppelflügelige Türe ist das einzige herausragende Merkmal an ihr.

Das Gebäude:

Auch das Innere der Kapelle ist eher einfach gehalten. Ein paar hölzerne Bankreihen laufen rechts und links von der Eingangstüre und führen zu einem Altar. Aber auch hier besticht sie mit einer kleinen Eigenheit: Am seitlichen Rande der Bankreihen befinden sich auf jeder Seite zwei steinerne Säulen, die ansich schmucklos und nur an Fuß und Kopf leicht geziert sind. Sehr minimalistisch geschmückt also, hat sie doch auf diese Weise ihren eigenen Charme. Für jeden Gläubigen jederzeit geöffnet sind das Wertvollste, daß es hier zu stehlen gibt die Kerzen, das Kreuz an der Wand und das Altardeckchen, wie der Leuchter darauf. Mittig ist ein kunstvolles Fenster aus Glas. Linkerhand gibt es eine kleine Holzschnitzerei in die Wand eingearbeitet mit einem Abbild des heiligen Jakokus. Rechterhand geht eine Türe in den Anbau ab, die jedoch stets verschloßen ist (und wohl dem Priester vorbehalten).

Das Fenster:

Wer auch immer die St. Jakob-Kapelle bei Tage (insbesondere an sonnigen) betritt wird von einem warmen Leuchten begrüßt, einem angenehmen Licht, daß den gesamten Raum zu fluten scheint und von dem gläsernen Fenster geworfen wird. Es ist kaum möglich sich hier nicht geborgen zu fühlen, wenn der orangegüldene Schimmer einen wie eine väterliche Umarmung umfängt, Trost und eine unsichtbare Liebe spendend die der Schöpfer fürsorglich in sein Werk gewoben hat. Steht das Sonnenlicht an rechter Stelle, so strahlt vor allem die Mitte aus hellgelben Glaßplittern und im Zentrum durch eine Taube geziert hell genug, um das Kreuz sanft erstrahlen zu laßen. Dabei sind die einzelnen Glaßtücke wie kleine Prismen geschliffen, die das Licht verstärken und im Raum verteilen, im Zentrum auf das Kreuz richten. Wer auch immer das Fenster geschaffen hat, kannte dieses Gebäude wohl in- und auswendig und wußte seine Gegebenheiten zu nutzen. Von der Mitte ausgehend verlaufen die durch Glaßtücke geformten Strahlen wie ein Heiligenschein oder die Sonne selbst in unregelmäßigem Verlauf nach außen, bilden ein außergewöhnliches Farbspektrum von vorwiegend gelb-goldenen Tönen in vielfältigen Nuancen, über orange und schließlich in einem Kranz aus Braun am Rand mündend, welcher das Leuchten immer mehr abnehmen läßt und schließlich verschluckt. Durch die fehlende Symmetrie und dem wechselnden Lichteinfall wirkt das ganze lebendig, immer wieder leicht sein Schema ändernd. Trotzdem, durch den Mittelpunkt und der klaren Ausrichtung der Strahlen folgt es einem Muster, welche eine in sich ruhende Gelaßenheit suggestiert.

Ebbt das Licht ab und geht auf den Abend zu, so mag in einem flüßigem Wechsel sich eine andere Stimmung einfinden. Abhängig von der Stärke des Mondlichts und wie gut es durch die Wolkendecke zu brechen vermag, sind die meisten Bereiche des Fenster in jene Dunkelheit gehüllt, die entsteht wenn es nicht genug Licht gibt um durch die getönten Gläser zu funkeln. Doch ist jetzt die Taube- aus so hellstblauem Glas, daß es fast farblos wirkt- in der Mitte des Fensters deutlicher zu erkennen. Die Flügel nach außen geschwungen und über den Gläubigen schützend ausgebreitet, als wolle sie ihn mit ihren Schwingen umschließen. Der Blick ist wohlwollend auf den Betenden am Altar gerichtet. Jetzt laßen sich auch einzelne hellstblaue Glaßplitter in den jetzt dunklen Strahlenmustern eingewoben erkennen, die am Tage schlicht überleuchtet werden. Sie schimmern wie kleine, weißblaue Federn, die von den Schwingen herabfallen. Je heller die Mondnacht, desto mehr und deutlicher, auf der einen Seite Trost spendend, auf der Anderen eine leicht melancholische Aura von sich gebend.

Das Fenster wurde direkt über dem Kreuz eingelaßen und so man die Kirche betritt, hat man einen direkten Blick darauf- genauso wenn man durch den kleinen Garten außen wandelt, allerdings hat es hier keine großartige Wirkung. Es besteht nur aus dem reinsten und besten Glas. Es sind so gut wie keine Einschüße und Verunreinigungen zu finden und deshalb trotz nicht übermäßig dicken Glaswände auch bei Sturm und Hagel stabil. Nicht zuletzt da hier mit der Größe der einzelnen Stücke nicht übertrieben worden ist. Bewunderer und Neider mögen sich darüber streiten ob der Schöpfer dieses Werks von Gott berührt wurde oder mit dem Teufel im Bunde steht, streift es doch die Grenzen des Menschen möglichen. Einigen mag er auch bekannt sein, der stille Büßer, welcher so manchen Abend meditierend, sinnierend, betend, aber dann auch mal weniger still mit Gott verbal streitend vor dem Altar verbracht hatte.